Geänderter Alkoholkonsum von Jugendlichen

 

Es ist Tatsache, dass unter Jugendlichen, insbesondere bei 15jährigen Mädchen, ein deutlicher Anstieg von Rauscherfahrungen zu verzeichnen ist und dass Alkohol-Intoxikationen im Kindes- und Jugendalter stark zugenommen haben.

Schädlicher Gebrauch von Alkohol stellt bei Jugendlichen ein konstant großes Problem dar. Die Brisanz dieses Themas wurde wenig beachtet, stand in der Bedeutung hinter den missbräuchlich verwendeten illegalen Drogen. Alkohol steht bei Jugendlichen klar an erster Stelle der missbrauchten Substanzen, zahlreiche Untersuchungen belegen das. Zudem kommen in den letzten Jahren vermehrt risikoreichere Formen des Konsums („Binge Drinking“ – Koma-Trinken) und neuartige, oft unterschätzte Alkoholzubereitungen (z.B. Alcopops) auf.

 

Daten&Fakten zum Thema Alkohol

 
  • 5% der über 16-Jährigen Österreicher sind chronische Alkoholiker, dies entspricht rund 330.000 Personen, etwa 20% davon sind Frauen.
  • In Österreich erkranken 10.000 Personen jährlich an Alkoholismus.
  • Die Gesamtlebenszeitprävalenz, also die Zahl jener, welche die Krankheit im Laufe ihres Lebens durchmachen, beträgt 10% (5% der Frauen, 15% der Männer).
  • Chronische Alkoholiker haben eine verringerte Lebenserwartung von durch-schnittlich etwa 17-20 Jahren.
  • 30% der 16-19-Jährigen konsumieren mindestens an zwei Tagen pro Woche Alkohol, 4% sogar jeden Tag.
  • 11% der 16-19-Jährigen haben mindestens einmal pro Woche eine „leichte Berauschung oder mehr“.
  • Während die Rauscherfahrungen bei Jungen gleich blieben, nehmen diese bei Mädchen stark zu: Beim Kriterium „bereits mindestens zwei Mal einen Alkoholrausch gehabt“ zeigte sich bei Mädchen ein deutlicher Anstieg von 15% im Jahr 1990 auf 36% im Jahr 2001.
  • Während das Alter bei den ersten Alkoholerfahrungen mit etwa 13 Jahren in den letzten 40 Jahren nahezu konstant blieb, zeigen sich deutliche Unterschiede hinsichtlich der Anzahl jener, die im Vergleich zu früheren Generationen bereits in jüngerem Alter mit einem regelmäßigen und damit schädlichen Alkoholkonsum beginnen.
  • Mehrere epidemiologische Untersuchungen belegen die weite Verbreitung des „Binge Trinkens“ (Komatrinken), insbesondere in der jungen Altersgruppe, in den letzten Jahren.

 

Infos zum Jugendschutzgesetz

 

Das Jugendschutzgesetz zielt darauf ab, Kinder und Jugendliche vor Gefahren und Einflüssen zu schützen, die ihre Entwicklung und Integration gefährden.

Deshalb verbietet das Jugendschutzgesetz unter anderem generell die Ausschank von alkoholischen Getränken an Jugendliche unter 16 Jahren.

An Jugendliche unter 18 Jahren ist es verboten, Getränke mit mehr als 14 Volumsprozent Alkohol auszuschenken. Auch Mixgetränke, bei denen ein Bestandteil mehr als 14 % aufweist, sind unter 18 Jahren verboten. Egal wie viele Volumsprozente Alkohol das fertige Mixgetränk aufweist.

 

Resümee

 

Der Konsum von Alkohol ist „in“. Wenn er bei den Erwachsenen up to date ist, ist es nicht verwunderlich, wenn er auch bei den Jugendlichen sehr gefragt ist. Nur rund 1/5 der Jugendlichen trinkt nie alkoholische Getränke.
Die Haupttrends der Trinkgewohnheiten junger Menschen sind zunehmende Alkoholerfahrungen unter Kindern, stärkere Verbreitung von mit hohen Risiken verbundenem Trinkverhalten und Rauscherfahrungen sowie kombinierter Konsum von Alkohol mit anderen psychotropen Substanzen (Mehrfachdrogenkonsum). Unter Jugendlichen gibt es eindeutige Zusammenhänge zwischen dem Missbrauch von Alkohol, Tabak und illegalen Drogen.

  • Verbote sind zuwenig –
    Eigenverantwortung ist gefragt
  • Jugendliche an kritischen Umgang mit Alkohol heran führen

Der Umgang mit der Droge Alkohol stellt ganz besonders für junge Menschen eine große Herausforderung dar. Ein Missbrauch hat nicht nur langfristige gesundheitliche Schäden zur Folge, sondern stellt auch in sozialer Hinsicht eine große Bedrohung dar. Es ist daher eine bedeutende Gemeinschaftsaufgabe, die Gefahren des Alkohols für Kinder und Jugendliche zu verringern.

Es ist aber klar, dass mit Verboten allein wenig auszurichten sein wird: „Wir müssen die Jugendlichen zu einem eigenverantwortlichen und kritischen Umgang mit der Droge Alkohol heranführen. Um dieses Ziel erreichen zu können, ist dauernde Aufklärungsarbeit notwendig. Daher ist das Mitwirken der Gastronomen besonders hervorzustreichen!"

  • Weg mit dem Gruppenzwang

„Unser Ziel ist es, dass Kinder und Jugendliche ihre Eigenverantwortung im Umgang mit Alkohol stärken. Wir wollen, dass es "in" und "cool" ist, einen Murano-Red, einen Driver´s Caipirinha oder ein Strondl bleifrei zu bestellen. Wir wollen den sozialen Druck unter den Jugendlichen runterschrauben, der nur die Bestellung von Alkoholika zulässt.“

„Es sollte zur Selbstverständlichkeit werden, dass jugendliche Fahrzeuglenker keinen Alkohol trinken und damit die Zahl alkoholbedingter Verkehrsunfälle durch Jugendliche bzw. junge Erwachsene verringert wird. Wir wollen aber auch erreichen, dass Erwachsene im Sinne von Vorbildwirkung ihr Alkoholkonsumverhalten überdenken und gesellschaftliche Verantwortung übernehmen.“